Landeskriminalamt Wien klärt siebenfache Raubserie

30.3.2021 Wien. Nach umfangreichen und akribischen Ermittlungen ist es Polizisten des Landeskriminalamtes Wien, Ermittlungsbereich Raub, gelungen, eine siebenfache Raubserie zu klären sowie vier Tatverdächtige mit den Taten in Verbindung zu bringen und auch festzunehmen.

Der erste schwere Raub ereignete sich am 30.7.2020 in einer Bankfiliale in Wien-Alsergrund. Dabei betraten zwei bewaffnete männliche Tatverdächtige die Filiale, flüchteten jedoch ohne Beute, da es sich um eine Servicefiliale ohne Kassenbereich handelt.

Am 7.8.2020 betraten zwei männliche Personen eine Bank in Wien-Leopoldstadt und bedrohten die Angestellten mit einer Schusswaffe. Den Tatverdächtigen gelang es mit Bargeld zu flüchten.

Nur fünf Tage später wurde ein Bankraub in Salzburg verübt. Abermals betraten zwei bewaffnete Männer eine Bank. Sie bedrohten die Angestellten mit einer Faustfeuerwaffe, raubten Bargeld und ergriffen die Flucht. Ermittlungen der Landeskriminalämter Wien und Salzburg ergaben, dass die mutmaßlichen Täter mit einem Auto geflüchtet waren. Nach dieser Tat konnte auch eine dritte Person in Zusammenhang gebracht werden.

Am 18.8.2020 ereignete sich ein weiterer Bankraub in Graz. Erneut betraten zwei bewaffnete Männer die Filiale und flüchteten mit Bargeld in einem Fahrzeug. Auch hier trat die dritte Person in Erscheinung. Polizisten des Landeskriminalamtes Steiermark gelang es Fahndungsfotos der unmaskierten Tatverdächtigen zu sichern.

Am 01.10.2020 und am 08.10.2020 kam es zu zwei weiteren Raubdelikten in Bankfilialen, diesmal in Wien-Floridsdorf sowie in Wien-Margareten. Im Unterschied zu den vorangegangenen Taten betrat lediglich ein Mann die Bank. Dieser war mit einer Faustfeuerwaffe bewaffnet und konnte mit Bargeld flüchten.

Schließlich kam es am 19.10.2020 zum siebenten Bankraub in Wien-Floridsdorf. Abermals gingen zwei bewaffnete Tatverdächtige in die Bank, bedrohten die Angestellten und flüchteten mit Bargeld. Aufgrund der erfolgreichen Fahndungsmaßnahmen gelang es Polizisten der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) und dem Einsatzkommando Cobra/DSE das Fahrzeug anzuhalten und vier Tatverdächtigen festzunehmen.

Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um einen 32-jährigen Mann aus Bosnien-Herzegowina, einen 25-Jährigen aus der russischen Föderation und um zwei österreichische Staatsbürger (23 und 26 Jahre alt). Die Personen konnten von den Ermittlern des Landeskriminalamtes Wien mit der siebenfachen Raubserie in Verbindung gebracht werden.

Die weiterführenden Ermittlungen des Landeskriminalamtes Wien haben ergeben, dass die vier Tatverdächtigen organisiert vorgegangen sind. So wurden zum Beispiel Handys unter Verwendung eines gestohlenen Führerscheines angemeldet. Die mutmaßlichen Täter waren bei den Tatausführungen stets mit einer Schutzmaske, einer Haube, einem Hut oder einer Kappe maskiert.

Die Opfer wurden bei den Taten nicht verletzt, aber durch die Bedrohung mit der Faustfeuerwaffe eingeschüchtert. Bis dato konnte nur ein kleiner Teil der Raubbeute sichergestellt werden. Die Schadenssumme beläuft sich auf einen sechsstelligen Betrag. In Kooperation mit dem Bundeskriminalamt wird derzeit ein Zusammenhang der Tätergruppierung mit ähnlich gelagerten Fällen im Ausland überprüft.

Dank des koordinierten Einschreitens der Landeskriminalämter Wien, Salzburg und Steiermark, dem Bundeskriminalamt, der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität und des Einsatzkommandos Cobra/DSE konnten den vier Tatverdächtigen sieben schwere Raubdelikte zugeordnet und die Tätergruppierung festgenommen werden. Mittlerweile befinden sich die Personen in einer Justizanstalt.