7.2.2019 – Snowboarder stürzte 200 Meter am Krippenstein über Felswand

8.2.2019 Oberösterreich. Eine Gruppe von sieben tschechischen Urlaubern im Alter zwischen 22 und 30 Jahren wollte am 7. Februar 2019, gegen 13:50 Uhr, die Variante „Angeralm“ im Skigebiet Krippenstein in Obertraun befahren.

Die fünf Snowboarder und zwei Skifahrer verließen bei Lawinenwarnstufe zwei teilweise ohne geeignete Ausrüstung für den freien Skiraum die gesicherte Piste. Schon nach wenigen Metern im freien Gelände kamen die sieben Männer aufgrund mangelnder Vorbereitung und Planung der Abfahrtsroute vom eigentlichen Verlauf der beschilderten Variantenabfahrt ab.

Am sogenannten „Mistplatz“ auf 1950 Metern Seehöhe herrschten schwierigste Bedingungen. Durch den Wind am Vortag und die niedrigen Temperaturen in der Nacht war die Schneedecke windgepresst und teilweise vereist. Drei Snowboarder der Gruppen fuhren zu weit in Richtung der Felswände und kamen auf dem ca. 30° steilen und extrem eisigen Hang in eine alpine Notlage.

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Die restlichen Urlauber versuchten noch ihre drei Freunde durch Zurufe auf die falsche Abfahrtsroute aufmerksam zu machen.

Ein 24-Jähriger öffnete die Bindung seins Snowboards, um zu Fuß von der gefährlichen Stelle wegzukommen. Dabei rutsche er jedoch am eisigen Untergrund aus und stürzte über 200 Höhenmeter teils senkrecht über Felswände hinunter.

Seine zwei Freunde versuchten dann mit dem Snowboard talwärts zu fahren um ihren Freund zu helfen, jedoch konnten sich auch diese zwei auf der harten Schneedecke nicht halten und stürzten ebenfalls über den Steilhang hinunter.

Die restlichen vier Tschechen umfuhren die gefährliche Stelle über den richtigen Variantenverlauf und kamen ihren Freunden unterhalb der Felswand zu Hilfe.

Zwei nachkommende einheimische Skifahrer beobachteten den Vorfall ebenfalls und verständigten via Rettungsnotruf sofort die Bergrettung Obertraun.

Die drei Verletzten Snowboarder wurden von den Notarzthubschraubern C14 und C99 mittels Bergetau von der Unfallstelle gerettet. Der 24 jährige Tscheche wurde bei dem Absturz schwer verletzt und wurde zur weiteren Versorgung ins Krankenhaus Schladming geflogen.

Die beiden anderen Verunfallten hatten riesiges Glück und konnten mit nur leichten Abschürfungen und Prellungen am gesamten Körper vom Notarzthubschrauber im Tal abgesetzt werden. Die restlichen Urlauber konnten selbstständig zur Talstation abfahren.

Da sich der Unfallort direkt unterhalb der Krippenstein Gondelbahn befindet, musste die Seilbahn während der Taubergung durch die Hubschrauber eingestellt werden.

Im Einsatz standen sechs Mann des Bergrettungsdienst Obertraun, zwei Notarzthubschrauber sowie zwei Beamte der Alpinen Einsatzgruppe Gmunden.