4.7.2013 – Einsatz des Einsatzkonmmandos Cobra in Mauerbach

5.7.2013 Niederösterreich. Am 4. Juli 2013, gegen 17:00 Uhr, wurden Polizisten der Polizeiinspektionen Gablitz und Mauerbach von der Sachwalterin einer 74-jährigen Österreicherin zu einem Mehrparteienwohnhaus nach Mauerbach gebeten, um Erhebungen im Zusammenhang mit einer Sachwalterschaftsangelegenheit durchzuführen.

Beim Eintreffen der Polizisten wurde festgestellt, dass in der Wohnung des besagten Mehrparteienhauses eine 74-jährige besachwaltete und pflegebedürftige Frau sowie eine 26-jährige slowakische Pflegerin eingeschlossen waren.

Der Wohnungsbesitzer, der 50-jährige Sohn der 74-Jährigen, war beim Eintreffen der Polizei nicht anwesend und hatte die Wohnung von außen versperrt. Es wurde weiters erhoben, dass sich der 50-Jährige tagsüber außer Haus befand.

Weder seine Mutter noch die Pflegerin hatten einen Schlüssel, um aus der Wohnung zu gelangen. Dieser freiheitsentziehenden Maßnahme waren beide nach Angaben der Pflegerin seit dem 28. Juni 2013 ausgesetzt.

Offensichtlich ist das Motiv darin zu suchen, dass die 74-Jährige vor kurzem in einem Pensionistenheim Unterkunft nahm und der 50-Jährige deshalb in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Er holte deswegen seine Mutter vom Pflegeheim ab und soll sie und die Pflegerin ab dem 28. Juni 2013 in seiner Wohnung eingesperrt haben.

Da es seitens des Bezirksgerichtes Purkersdorf einen Beschluss hinsichtlich der Rückführung der 74-Jährigen in das Pflegeheim gab, wurde von der Sachwalterin die Bergung der Pflegebedürftigen durch die freiwillige Feuerwehr Mauerbach veranlasst. Im Zuge des Bergeversuches traf der 50-Jährige bei dem Wohnhaus ein und reagierte sofort mit Unmutsäußerungen.

Angesprochen auf den vorliegenden Sachverhalt verweigerte er die Kooperation, drohte den Beamten, gelangte in das Wohnhaus, versperrte die Tür und positionierte sich auf dem im ersten Stock gelegenen Balkon.

Nach versuchten Deeskalationsgesprächen sowie Hinweisen auf die Rechtmäßigkeit der Amtshandlung bzw. des Verdachtes der Freiheitsentziehung schwang der 50-Jährige eine ca. 1,5 Meter lange Axt in Richtung der einschreitenden Beamten und sprach abermals Drohungen gegenüber den Polizisten aus.

Die Staatsanwaltschaft St. Pölten ordnete zwischenzeitlich die Festnahme des 50-Jährigen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Verdacht der Freiheitsentziehung an. Gleichzeitig wurden eine Hausdurchsuchung, die Vernehmung des 50-Jährigen und die Sicherstellung der Axt angeordnet.

Der Festnahmezugriff erfolgte durch das Einsatzkommando Cobra. Bei der angeordneten Hausdurchsuchung wurden in der Garage die 74-jährige Mutter und auf dem Weg zwischen dem Wohnhaus zur Garage die Pflegerin angetroffen.

Beide Personen waren unverletzt.
Der 50-Jährige leistete bei der Festnahme keinen Widerstand und machte zum Sachverhalt keine Angaben. Er wurde in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert.

(Werbung)

Schreibe einen Kommentar