17.7.2013 – Mordversuch in Gerasdorf

18.7.2013. Am 17. Juli 2013, gegen 16:30 Uhr, wurde eine Streife der Polizeiinspektion Gerasdorf bei Wien, Bezirk Wien-Umgebung, zu einem Verkehrsunfall mit Personenschaden im Ortsgebiet von Gerasdorf bei Wien beordert.

Beim Eintreffen der Streife befanden sich nur mehr die verletzte Person, ein 34-jähriger polnischer Staatsbürger und ein Zeuge, ebenfalls ein polnischer Staatsangehöriger, an der Unfallstelle. Der beteiligte Pkw, besetzt mit zwei männlichen Personen, sei den Angaben des Zeugen zufolge auf der Brünner Straße (B7), in Richtung Wien geflüchtet.

Zum selben Zeitpunkt führte eine Polizeistreife der Landespolizeidirektion Wien in Wien 21. auf der Brünner Straße (B7) Geschwindigkeitsmessungen durch. Dabei wurde das flüchtige Kfz mit 120 km/h im Ortsgebiet Wien gemessen. Die versuchte Anhaltung des Fahrzeuges scheiterte vorerst, da der Lenker direkt auf den Beamten zufuhr und diesen zum Wegspringen nötigte.

In der Zwischenzeit wurde seitens der Bediensteten der Polizeiinspektion Gerasdorf erhoben, dass die Flüchtenden das Opfer offensichtlich absichtlich niederfuhren und anschließend flüchteten.

Auf Grund dieses Erhebungsergebnisses war von einem versuchten Mord auszugehen, weshalb sofort die Fahndung nach dem Kfz veranlasst wurde. Gleichzeitig wurde in Wien ebenfalls eine Fahndung nach dem Kfz ausgelöst, da sich der Lenker dort außerdem der Anhaltung mit Gewalt entzog.

Aufgrund des starken Verkehrsaufkommens konnte das fahrerflüchtige Fahrzeug von Beamten der Landespolizeidirektion Wien angehalten werden. Die Insassen, ein 27- und 34-jähriges polnisches Brüderpaar, wurden in weiterer Folge von der kurz danach eintreffenden weitere Streife der Polizeiinspektion Gerasdorf wegen Fluchtgefahr festgenommen und mit Unterstützung der Wiener Kollegen zur Polizeiinspektion Gerasdorf bei Wien verbracht. Das Fahrzeug wurde zur weiteren Untersuchung sichergestellt.

Die Vernehmung des Zeugen, er ist ein Arbeitskollege des Opfers, ergab, dass das Opfer von einem der beiden Brüder per SMS Morddrohungen erhalten habe. Er führte weiters aus, dass sein Arbeitskollege absichtlich niedergefahren worden sei.

Die Beschuldigten verwickelten sich bei ihren Einvernahmen immer wieder in Widersprüche und versuchten, verschiedenste Tatabläufe zu konstruieren.

Die Staatsanwaltschaft Korneuburg ordnete die Einlieferung der beiden Beschuldigten in die Justizanstalt Korneuburg an.

Das Opfer wurde mit Verletzungen unbestimmten Grades mit dem Rettungshubschrauber in das Unfallkrankenhaus Meidling verbracht und stationär aufgenommen.

Bei den Erhebungen wurde festgestellt, dass der 27-jährige Verdächtige, der das Opfer niedergefahren haben soll, nicht im Besitz einer gültigen Lenkberechtigung ist und bei der Kontrolle einen gefälschten polnischen Führerschein vorwies. Außerdem war auf dem Kfz vorne ein nachgemachtes Kennzeichen montiert. Im Kofferraum des Fahrzeuges befanden sich noch zwei weitere nachgemachte Kennzeichentafeln.
Der 34-jährige Beschuldigte, welcher den Pkw zum Zeitpunkt der versuchten Anhaltung durch die Wiener Polizeistreife gelenkt haben soll, ist ebenfalls nicht im Besitz einer gültigen Lenkberechtigung.

Der 27-jährige Verdächtige wird nach derzeitigem Erhebungsstand wegen versuchten Mordes, Imstichlassen eines Verletzten und Urkundenfälschung und sein 34-jähriger Bruder wegen derselben Delikte und außerdem wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt an die Staatsanwaltschaft Korneuburg angezeigt.

Gegen den 34-jährigen polnischen Staatsbürger bestehen eine Aufenthaltsermittlung sowie eine Anordnung zur Vorführung zum Strafantritt (12 Monate) des Landesgerichtes Wien wegen Diebstahls. Außerdem besteht gegen ihn ein Aufenthaltsverbot.

Der beschriebene Sachverhalt stellt den derzeitigen Ermittlungsstand dar. Weitere Erhebungen seitens der Polizeiinspektion Gerasdorf sind im Gange, die Opfervernehmung, Handyauswertungen, sowie die Spurensicherung am sichergestellten Pkw durch die kriminalpolizeilichen Untersuchungsanstalt sind noch ausständig.

(Werbung)

Schreibe einen Kommentar